Gumpoldskirchner Straße – Firma Kohlbacher

Das Bauprojekt – Erste Fakten…

In der für 15.2.  (20:00, Rathaus Mehrzwecksaal) kurzfristig einberufenen Gemeinderatssitzung wird über die Umwidmung von mehreren Grundstücken entlang der Gumpoldskirchner Straße entschieden.

Ein Aufschließungsvertrag (welcher uns von mehreren Quellen vorliegt) zwischen der Gemeinde Guntramsdorf und der Firma Kohlbacher soll die Abwicklung des geplanten Bauprojektes regeln.

Hier erste Details dazu:

– Die Firma Kohlbacher wurde durch die 13 Liegenschaftseigentümer mit deren Vertretung bevollmächtigt. Geplant ist die (überwiegende) Errichtung von Reihen- und Doppelhäusern. Derzeit sind sämtliche Grundstücke noch als „Grünland- Land- und Forstwirtschaft“ gewidmet.

– Die Firma Kohlbacher verpflichtet sich, sämtliche öffentliche Verkehrsflächen unentgeltlich an die Gemeinde Guntramsdorf abzutreten. Die Errichtung dieser Verkehrsflächen (Straßen, Gehsteig, etc) ist allerdings von der Gemeinde zu tragen.

– Es wird eine „Promenade“ geben, offenbar ein Rad- und Gehweg, der durch die geplante Siedlung verläuft, diese Promenade muß durch die Firma Kohlbacher errichtet und bepflanzt sowie zB. mit Sitzbänken versehen werden. Auch diese Promenade wird unentgeltlich an die Gemeinde Guntramsdorf abgetreten.

– Die Firma Kohlbacher wird des Weiteren einen Kinderspielplatz (Begrünung, Sandkiste, Sitzgelegenheit), einen Lärmschutzdamm entlang der Gumpoldskirchner Straße und einen Grüngürtel errichten, auch diese werden unentgeltlich an die Gemeinde Guntramsdorf abgetreten.

– Weiters verpflichtet sich die Firma Kohlbacher, ein Grundstück für einen geplanten Kindergarten bis Ende 2022 für die Gemeinde frei zu halten. Dieses Grundstück kann dann von der Gemeinde zum ortsüblichen Kaufpreis von EUR 251.- pro m2 erworben werden.

– Außerdem wird die Firma Kohlbacher einen Infrastrukturbeitrag von rund EUR 300.000.- (laut anderen Quellen auch darunter) an die Gemeinde Guntramsdorf zahlen. Dieser Infrastrukturbeitrag wird bereits 3 Wochen nach einer etwaigen Umwidmung fällig und soll den Mehraufwand der Gemeinde, der durch das Bauprojekt entsteht, zum Teil decken.

Der Mehraufwand betrifft unter anderem die Instandhaltung und Pflege der übernommenen Grundstücke (Kinderspielplatz, Grüngürtel, Lärmschutzdamm) und Verkehrsflächen, sowie die notwendige Errichtung eines Kanals, zusätzlicher Infrastruktur und auch die Errichtung eines Kindergartens oder einer Schule.

Soweit die Hard Facts.
Ein wenig nachdenklich wird man schon beim Lesen.

Hier hätten wir einige Fragen

Erstens: „Braucht“ Guntramsdorf dieses Projekt?
Wenn ja: können wir es uns leisten?

Von der Umwidmung profitieren in erster Linie die Grundeigentümer, deren Grünland quasi über Nacht ohne Aufwand in Bauland umgewidmet wird und so einen massiven Wertzugewinn bringt. In zweiter Linie die Firma Kohlbacher, die gewiss kein gemeinnütziger Verein ist und kein Projekt realisiert, ohne es gut durchkalkuliert zu haben.

Profitiert auch Guntramsdorf davon?
Die Gemeinde muss sämtliche Straßen bauen. Muß all jene Flächen, die sie vom Bauträger unentgeltlich (und freiwillig) übernimmt, weiterhin pflegen und instand halten. Muß einen Kanal bauen (der Vertrag legt hier übrigens nicht fest, ob die Aufschließung durch die Gemeinde nur bis zur Liegenschaftsgrenze geschehen muss oder ob jedes der künftigen Reihen- und Doppelhäuser separat erschlossen werden soll. Vom Kostenfaktor her ein großer Unterschied.) Wobei hier gesagt werden muss, dass die Erneuerung des Kanals bis Thallern ohnehin in der Verantwortlichkeit der Gemeinde Guntramsdorf liegt und überfällig ist. Somit ginge es hier nur um die Mehrkosten, die der Gemeinde durch die Aufschließung entstehen.

Die Gemeinde wird höchstwahrscheinlich einen neuen Kindergarten errichten müssen, das Grundstück dafür hat sie sich ja vertraglich schon reserviert. Zum ortsüblichen Preis von EUR 251.- pro m2. Wie groß muss ein Grundstück für einen Kindergarten sein? 1000 m2? 2000 m2? Das Grundstück allein wird jedenfalls mehrere Hundertausende Euro kosten. Das Gebäude dazu wahrscheinlich einige Millionen.

Da ist der genannte Infrastrukturbeitrag von EUR 300.000.- (oder weniger) ja maximal ein Tropfen auf dem heißen Stein. (Ganz abgesehen auch davon, dass dieser Betrag wohl schneller in diversen Finanzlöchern verschwunden sein wird als der Grundstein für das neue Projekt gelegt werden kann.)

Hier stellt sich definitiv die Frage, ob die Gemeinde Guntramsdorf sich hier nicht zu günstig verkauft hat. Oder gibt es andere Aspekte, die im Vertrag nicht genannt werden und die sich dem Leser ohne Insiderkenntnisse nicht erschließen, die ein solches Projekt für die Gemeinde Guntramsdorf notwendig oder sogar erstrebenswert machen? Natürlich ein zukünftsträchtiges Projekt, nur bei dieser Finanzlage notwendig???

Stutzig macht auch die Passage, dass die „überwiegende“ Errichtung von Reihen- und Doppelhäusern geplant ist. Was bedeutet das genau?
Dem Vernehmen nach gibt es noch keinen genauen Plan, ebenso wenig eine Idee, wie viel die Immobilien jeweils kosten werden (kommen nicht doch einige Mehrfamilienhäsuer mit Wohnungen im Rahmen der Bauklasse).

Der Bauträger wartet ab

Die Firma Kohlbacher würde zuerst die Umwidmung abwarten bevor konkrete Pläne erstellt werden. Natürlich gibt es eine gewisse Limitierung durch die genehmigte Bauklasse im Falle einer Umwidmung, dennoch scheint es so, als würde man sich hier bewusst eine Hintertüre offen lassen.

Was sind die genauen Kosten?

Was wird alleine die Umwidmung die Gemeinde unterm Strich kosten? Mal abgesehen vom Kindergarten, der ohne die Siedlung an der geplanten Stelle höchstwahrscheinlich nicht errichtet werden müsste. Gibt es hier Zahlen? Hat das jemand kalkuliert? Wenn nein, warum nicht?

Braucht Guntramsdorf dieses Projekt?
Was bringt es der Gemeinde?
Können wir es uns leisten?

Bericht: Tamara Meissnitzer (Mehr Für Guntramsdorf)

 

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